Eurocities AGM 2002, Barcelona

Workshop 1 / knowledge-based cities
Vorschag für eine best practice Präsentation


Hintergründe
Die Stadt Dortmund hat in den letzten 15 Jahren einen weit greifenden Strukturwandel von der Schwerindustrie (Kohle und Stahl) hin zu einem bedeutenden Standort für die neuen Wirtschaftszweige (Informations- und Kommunikationstechnologien) in NRW durchlebt. Rund 650 Unternehmen und 12.000 Beschäftigte in Dortmund sind in der Softwarebranche tätig.

Parallel zu diesen Entwicklungen hat sich die Dortmunder Kulturlandschaft auf dem Feld der Medienkunst engagiert. Neben einer Vielzahl internationaler Ausstellungen, die sich den vielfältigen Formen der Medien- bzw. digitalen Kunst widmeten und widmen, wurden auch Infrastrukturen wie der hartware medien kunst verein in Dortmund etabliert. Der 1996 gegründete hartware medien kunst verein veranstaltet nicht nur Medienkunstausstellungen, sondern stützt auch Produktionen in diesem Bereich. Darüber hinaus wurden diverse Sammlungen von Medien- und interaktiver Kunst in Dortmund aufgebaut. So hat das Museum am Ostwall beispielsweise im Rahmen der Ausstellung "vision.ruhr" (2000) elf interaktive Werke von renommierten Künstlern wie Jeffrey Shaw, Jill Scott, Studio Azzuro, Perry Hoberman, Doug Hall, Bill Seaman oder Graham Weinbren erworben, die eigens für Dortmund produziert worden sind.

Vor diesen Hintergründen wurde Ende 2001 das medien_kunst_netz dortmund initiiert, ein Zusammenschluss zwischen dem hartware medien kunst verein, dem Museum am Ostwall, der Dortmunder Kulturverwaltung sowie weiteren Partnern in der Stadt. Ziel dieses Netzwerkes ist es, die Infrastrukturen für Medienkunst in Dortmund zu bündeln, stärken und weiterzuentwickeln und dabei auch auf internationaler Ebene zu operieren. Eine wesentliche Aufgabe, der sich das medien_kunst_netz dortmund widmet, ist die Auseinandersetzung mit Problematiken der Produktion, Präsentation und insbesondere der Konservierung von Medienkunst.

Beisspiele für den Workshop 1 / knowledge-based cities

art.net.dortmund.de
Die 2001 durch die Stadt Dortmund initiierten online Plattform
art.net.dortmund.de widmet sich der Präsentation und Produktion sowie der Erforschung und Vermittlung von Netzkunst. Die Besonderheit dieser Plattform besteht darin, dass sie ein institutionelles, städtisch getragenes Forum für Netzkunst darstellt und dabei von Anfang an in engem Austausch mit NetzkünstlerInnen und –theoretikerInnen entstanden ist.
art.net.dortmund.de richtet sich sowohl an internationale NetzkünslerInnen und Kunstinteressierte als auch an die lokalen Communities aus den Bereichen Kunst, Medien, Musik und neue Technologien. Die online Plattform tritt über dies in regelmäßige Interaktion mit den Aktivitäten des hartware medien kunst vereines.
Medienkünstler – insbesondere im Bereich der Netz- und Softwarekunst – bedienen sich nicht nur neuer Technologien, sondern geben maßgebliche Impulse für deren interdisziplinären Weiterentwicklung. So haben sich Künstler beispielsweise den Umgang mit open source software angeeignet, die im Vergleich zu kommerzieller Software in einem flexiblen, offenen, partizipatorischen und auf Wissensaustausch (anstelle von Wissensmonopolisierung) beruhenden Handlungsfeld entwickelt wird.

Programm für Jugendliche
Die Vermittlung eines kreativen Umgangs mit den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien im Hinblick auf eine breite Öffentlichkeit und insbesondere im Hinblick auf Jugendliche zählt zu den zentralen kulturpolitischen Anliegen des medien_kunst_netzes dortmund.
Auftakt des Vermittlungsprogramms für Jugendliche war ein Schüler-Workshop zur Gestaltung eines Internetradios auf der Basis des Betriebsystems Linux und unter Verwendung von open source software. Die Ergebnisse des Workshops, der im April 2002 stattfand, bestehen aus dem interaktiven Netzradio
LowLive, das auf der Netzkunstplattform "art.net.dortmund.de" eingerichtet wurde und langfristig von Jugendlichen betrieben werden soll, sowie in der Planung weiterer Projekte in Kooperation mit dem lokalen Bürgerradio: also Transferprojekte zwischen "on line" und "on air" bzw. "neuen" und "alten" Medien.
Ein nächstes Vorhaben ist das 72stündige serverfestival, das im September 2002 stattfindet. Medienkünstler und –theoretiker werden dabei gemeinsam mit Jugendlichen verschiedene Techniken kollaborativen Arbeitens auf der Basis neuer Technologien erproben. Höhepunkt ist dabei eine elektronische Jam-Session, die life ins Internet übertragen und mit verschiedene Servern weltweit sowie mit lokalen Radiostationen interagiert.

Vermittlungsstrategien für zeitgenössische Kunst mit neuen Technologien
im Hinblick auf verschiedene Öffentlichkeiten

(lokal/international; Kultur/Wissenschaft; Fach- / breites Publikum, Erwachsene/ Jugendliche) sollen am Beispiel von Ausstellungen wie z.B.
Kontrollfelder: Programmieren als künstlerische Praxis, eine Ausstellung internationaler Softwarekunst, erläutert werden.

Die genannten Beispiele werden im Rahmen des "Workshops 1 / knowledged-based cities" durch visuelle, multimediale Beiträge sowie durch online Präsentationen veranschaulicht.