|
Workshop
1 / knowledge-based cities
Vorschag für eine best practice Präsentation
Hintergründe
Die Stadt Dortmund hat in den letzten 15 Jahren einen weit greifenden
Strukturwandel von der Schwerindustrie (Kohle und Stahl) hin zu einem
bedeutenden Standort für die neuen Wirtschaftszweige (Informations-
und Kommunikationstechnologien) in NRW durchlebt. Rund 650 Unternehmen
und 12.000 Beschäftigte in Dortmund sind in der Softwarebranche tätig.
Parallel zu diesen Entwicklungen hat sich die Dortmunder Kulturlandschaft
auf dem Feld der Medienkunst engagiert. Neben einer Vielzahl internationaler
Ausstellungen, die sich den vielfältigen Formen der Medien- bzw.
digitalen Kunst widmeten und widmen, wurden auch Infrastrukturen wie der
hartware medien kunst verein in Dortmund etabliert. Der 1996 gegründete
hartware medien kunst verein veranstaltet nicht nur Medienkunstausstellungen,
sondern stützt auch Produktionen in diesem Bereich. Darüber
hinaus wurden diverse Sammlungen von Medien- und interaktiver Kunst in
Dortmund aufgebaut. So hat das Museum am Ostwall beispielsweise im Rahmen
der Ausstellung "vision.ruhr" (2000) elf interaktive Werke von
renommierten Künstlern wie Jeffrey Shaw, Jill Scott, Studio Azzuro,
Perry Hoberman, Doug Hall, Bill Seaman oder Graham Weinbren erworben,
die eigens für Dortmund produziert worden sind.
Vor diesen Hintergründen wurde Ende 2001 das medien_kunst_netz
dortmund initiiert, ein Zusammenschluss zwischen dem hartware medien
kunst verein, dem Museum am Ostwall, der Dortmunder Kulturverwaltung sowie
weiteren Partnern in der Stadt. Ziel dieses Netzwerkes ist es, die Infrastrukturen
für Medienkunst in Dortmund zu bündeln, stärken und weiterzuentwickeln
und dabei auch auf internationaler Ebene zu operieren. Eine wesentliche
Aufgabe, der sich das medien_kunst_netz dortmund widmet, ist die Auseinandersetzung
mit Problematiken der Produktion, Präsentation und insbesondere der
Konservierung von Medienkunst.
Beisspiele für den Workshop 1 / knowledge-based cities
art.net.dortmund.de
Die 2001 durch die Stadt Dortmund initiierten online Plattform art.net.dortmund.de
widmet sich der Präsentation und Produktion sowie der Erforschung
und Vermittlung von Netzkunst. Die Besonderheit dieser Plattform besteht
darin, dass sie ein institutionelles, städtisch getragenes Forum
für Netzkunst darstellt und dabei von Anfang an in engem Austausch
mit NetzkünstlerInnen und theoretikerInnen entstanden ist.
art.net.dortmund.de richtet sich sowohl an internationale NetzkünslerInnen
und Kunstinteressierte als auch an die lokalen Communities aus den Bereichen
Kunst, Medien, Musik und neue Technologien. Die online Plattform tritt
über dies in regelmäßige Interaktion mit den Aktivitäten
des hartware medien kunst vereines.
Medienkünstler insbesondere im Bereich der Netz- und Softwarekunst
bedienen sich nicht nur neuer Technologien, sondern geben maßgebliche
Impulse für deren interdisziplinären Weiterentwicklung. So haben
sich Künstler beispielsweise den Umgang mit open source software
angeeignet, die im Vergleich zu kommerzieller Software in einem flexiblen,
offenen, partizipatorischen und auf Wissensaustausch (anstelle von Wissensmonopolisierung)
beruhenden Handlungsfeld entwickelt wird.
Programm für Jugendliche
Die Vermittlung eines kreativen Umgangs mit den neuen Informations- und
Kommunikationstechnologien im Hinblick auf eine breite Öffentlichkeit
und insbesondere im Hinblick auf Jugendliche zählt zu den zentralen
kulturpolitischen Anliegen des medien_kunst_netzes dortmund.
Auftakt des Vermittlungsprogramms für Jugendliche war ein Schüler-Workshop
zur Gestaltung eines Internetradios auf der Basis des Betriebsystems Linux
und unter Verwendung von open source software. Die Ergebnisse des Workshops,
der im April 2002 stattfand, bestehen aus dem interaktiven Netzradio LowLive,
das auf der Netzkunstplattform "art.net.dortmund.de" eingerichtet
wurde und langfristig von Jugendlichen betrieben werden soll, sowie in
der Planung weiterer Projekte in Kooperation mit dem lokalen Bürgerradio:
also Transferprojekte zwischen "on line" und "on air"
bzw. "neuen" und "alten" Medien.
Ein nächstes Vorhaben ist das 72stündige
serverfestival, das im September 2002 stattfindet. Medienkünstler
und theoretiker werden dabei gemeinsam mit Jugendlichen verschiedene
Techniken kollaborativen Arbeitens auf der Basis neuer Technologien erproben.
Höhepunkt ist dabei eine elektronische Jam-Session, die life ins
Internet übertragen und mit verschiedene Servern weltweit sowie mit
lokalen Radiostationen interagiert.
Vermittlungsstrategien für zeitgenössische Kunst mit neuen
Technologien
im Hinblick auf verschiedene Öffentlichkeiten
(lokal/international; Kultur/Wissenschaft; Fach- / breites Publikum, Erwachsene/
Jugendliche) sollen am Beispiel von Ausstellungen wie z.B. Kontrollfelder:
Programmieren als künstlerische Praxis,
eine Ausstellung internationaler Softwarekunst, erläutert werden.
Die genannten Beispiele werden im Rahmen des "Workshops 1 / knowledged-based
cities" durch visuelle, multimediale Beiträge sowie durch online
Präsentationen veranschaulicht.
|