|
4
Ausstellungen in 12 Tagen
7. 19. Septmber 1999
hartware medien kunst verein
siehe auch:
http://www.montevideo.nl/dis_location/
Eija-Liisa Ahtila,
David Claerbout,
Teresa Hubbard/Alexander
Birchler, Runa
Islam, Gerald
van der Kaap, Marcus
Kreiss, Mark
Lewis, Christl
Lidl, Aurelia
Mihai, Valérie
Mréjen, Muntadas,
Hayley Newman,
Jan-Peter E.R.Sonntag,
Peter Stel,
Martijn Veldhoen
© Jan-Peter E.R. Sonntag
Einführung
Dis.Location 1/4
Dis.Location 2/4
Dis.Location 3/4
Dis.Location 4/4
Credits
Links
Einführung
Die Ausstellungsserie
"Dis.Location" zeigt Video-, Rauminstallationen und Performances,
die unsere gefestigten Wahrnehmungsmuster der Wirklichkeit - Raum und
Zeit, Identität oder Alltag - demontieren. Bild-, Erzähl- und
Zeiträume werden dabei verschoben.
Auch das Präsentationskonzept, das "story board" der Ausstellung
greift das Motiv der "dislocation" im Sinne der Verrückung
und des Instabilen auf: Die Arbeiten der 17 KünstlerInnen
werden nicht parallel und in fixierter Form, sondern sukzessive und in
unterschiedlichen Konstellationen sowie "Verortungen" gezeigt.
"Dis.Location" ereignet sich im Verlauf von vier Ausstellungs-Sets,
die jeweils nur drei Tage zu sehen sind. Von Ausstellungsfolge zu Ausstellungsfolge
werden ca. fünf Videoinstallationen gezeigt, von denen einige in
der nächsten Präsentation "wiederholt", andere dagegen
ersetzt werden. Die bleibenden Videoinstallationen werden allerdings jeweils
in unterschiedlichen Dimensionen und an unterschiedlichen Orten präsentiert.
So durchwandert beispielsweise Runa Islams Video "The Gaze of Orpheus",
das während aller vier Teile von Dis.Location zu finden ist, die
unterschiedlichen Räume der Ausstellung und ist von der Minimalgröße
ausgehend am Ende als überdimensionale Großprojektion zu sehen.
Das Video zeigt eine junge Frau, die permanent den Betrachterblick zurückwirft.
Eine weitere vermeintliche "Konstante" der Ausstellung ist Jan-Peter
E.R. Sonntags Rauminstallation "In the Yellow Cell": Ein begehbares
Memento Mori mit subtropischen Klimaverhältnissen, langsam
faulendem Obst und Schmetterlingen, die am Anfang der Ausstellung schlüpfen,
und deren Lebensdauer die 12 Tage von Dis.Loation nicht überschreitet.
Dis.Location durchkreuzt re/präsentative Ausstellungskonstanten,
das Medium Ausstellung wird als eine instabile, "kurzlebige"
Angelegenheit reflektiert. Selbst der Ausstellungsraum wird immer ein
anderer sein. Die Ausstellung, ihre kontextuellen sowie räumlich-formalen
Setzungen, verschieben sich dabei ebenso, wie der Kontext und der Blick
auf einzelne Kunstwerke.
"Dis.Location" befragt die Erzählstrukturen von Ausstellungen
und deren Effekte auf die Rezeption und Interpretation, die Be/Deutung
von Kunst.

Dis.Location
1/4
Runa Islam, The Gaze of
Orpheus
Runa Islam, Tuin
Gerald van der Kaap, Reporter Hong Kong
Aurelia Mihai, Mutatie
Muntadas,Portrait
Hayley Newman
Jan-Peter E.R. Sonntag, In The Yellow Cell
Im
ersten Teil von Dis.Location geht es um Positionen und Positionierungen
des Ichs; um den Verlust - und um die Lust am Verlust - von Identität.
Das Gesicht als zentrale Orientierungsmarke von Identität wird dabei,
wie z.B. in Aurelia Mihais Videoinstallation "Mutatie", in der
Gesichtshälften durcheinander geraten, unterlaufen. In Muntadas Videoprojektion
"Portrait" verschiebt sich Identität vom Kopf auf die machtvollen
Gesten der Hände, während die Reporterin in van der Kaaps Video
"Reporter Hongkong" kurz davor ist, ihr Gesicht zu verlieren.
Runa Islam wiederum dividiert ein romantisches "Tête à
Tête" auseinander.

Dis.Location 2/4
David Claerbout, Ruurlo,
Bocurloscheweg
Runa Islam, The Gaze of Orpheus
Runa Islam, Tuin
Marcus Kreiss, Barcelona Beach
Christl Lidl, Blind Man
Jan-Peter E.R. Sonntag, In The Yellow Cell
Martijn Veldhoen, Dislocations
Eine Irritation von Zeit-Räumen findet im zweiten
Teil von Dis.Location statt. Gewohnte Szenarien wie ein überfüllter
Strand (Marcus Kreiss) oder ein historisches Landschaftsbild (David Claerbout),
stellen sich erst auf den zweiten Blick als Montagen heraus, in denen
sich unterschiedliche Parallelwelten abspielen. Die Videoinstallation
"Tuin" von Runa Islam zeigt drei Versionen ein und der selben
Szene eines Fassbinder Remakes aus unterschiedlichen Perspektiven. Die
rotierende Kamera um eine "Boy meets Girl" Szene wird dabei
gleichsam nach außen gestülpt.

Dis.Location 3/4
David Claerbout, Cat and
Bird in Peace
Teresa Hubbard / Alexander Birchler, Gregor's Room II
Runa Islam , The Gaze of Orpheus
Gerald van der Kaap, Reporter Hong Kong
Christl Lidl, Blind Man
Jan-Peter E.R. Sonntag, In The Yellow Cell
Martijn Veldhoen, Dislocations
Der dritte Teil von Dis.Location zeigt Arbeiten, die um eine diffuse Spannung
kreisen, einen in die Länge gezogenen Moment, in dem (fast) nichts
passiert, aber alles Möglich scheint. So kommen sich in David Claerbouts
Video eine Katze und ein Vogel in schier unendlicher Lethargie und respektvoller
Distanz zu Nahe. Teresa Hubbards / Alexander Birchlers Videoinstallation
"Gregor's Room", die sich auf Franz Kafkas Erzählung "Die
Verwandlung" bezieht, beobachtet einen Mann, der zwischen Apathie
und Aufbruchsstimmung, Gelassenheit und Anspannung befangen zu sein scheint.
Gerald van der Kaap zeigt eine nervöse Frau, die sich auf etwas vorzubereiten
scheint und dabei keinen Schritt voran kommt.

Dis.Location 4/4
Eija-Liisa Ahtila, Today
David Claerbout, Cat and Bird in Peace
Teresa Hubbard / Alexander Birchler, Gregor's Room II
Runa Islam , The Gaze of Orpheus
Mark Lewis, A Sense of the End
Valérie Mréjen
Jan-Peter E.R. Sonntag, In The Yellow Cell
Dis.Location 4/4 re/inszeniert die Dramen
des ganz normalen Alltags, z.B. die an TV-Dramen und Talkshows geschulten
Positionskämpfe zwischenmenschlicher Natur - auch Begehren genannt.
Mann und Frau, Vater und Tochter, Mutter und Sohn, Katze und Vogel ringen
um ihre Territorien.
Ein Projket
in Kooperation mit dem Kulturbüro Stadt Dortmund und
Montevideo/TBA, NL
KuratorInnen
Hans D. Christ, Iris Dressler, Jan Schuijren
Technische Leitung
Hans D. Christ, Uwe Gorski
Support
Kulturbüro Stadt Dortmund
DASA
Brinkhoff's
Links
Sublime
Say
Hello
|