404 Object Not Found

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Was bleibt von der Medienkunst ?

Internationaler Kongress zu Fragen der
Produktion, Präsentation und Konservierung von Medienkunst

19. – 22. Juni 2003 in Dortmund
Zeche Zollern II/IV, Dortmund-Bövinghausen, Grubenweg 5

Ausgangslage

Digital information lasts forever – or five years, whichever comes first.
Jeff Rothenberg

Museen, Ausstellungshäuser und Kunstinstitutionen haben sich in den letzten 10 Jahren zunehmend den vielfältigen Formen der Medienkunst geöffnet. Großereignisse wie die documenta und internationale Biennalen werden auf bisher nicht gekannte Weise von Präsentationen der Medienkunst dominiert. Das gesteigerte Interesse an der Medienkunst schlägt sich außerdem in den Profilen öffentlicher und privater Sammlungen nieder.

Dieser positiven Entwicklung steht ein drastischer Mangel an institutionellen Aktivitäten und Kompetenzen für die Dokumentarisierung und Konservierung von Medienkunst sowie für deren spezifischen Produktions- und Präsentationsbedingungen entgegen. Kaum ein Museum verfügt derzeit über entsprechend ausgebildetes Personal. Viele Ausbildungsstätten für RestauratorInnen und KunsthistorikerInnen wiederum ignorieren eine wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung mit der Vielfalt und den Besonderheiten von Medienkunst.

Da bereits die Datenspeicher von Medienkunst (Video, Laser-Disk, CD-ROM, DVD...) sowie deren Präsentationstechnik (z.B. Projektoren) im Zuge der rasanten, durch die kommerziellen Anbieter kontrollierten Entwicklungen, kaum einen Funktionszeitraum von 5 – 10 Jahren überdauern, gilt für die öffentlichen und privaten Sammlungen ein dringender Handlungsbedarf. So sind zum Beispiel einige Werke von Diana Thater oder Stan Douglas wesentlich an bestimmte Drei-Röhren-Projektoren gebunden, deren Produktion jedoch eingestellt wird. Auch bei der software- und netzbasierten Kunst, die erst zögernd im internationalen Kunstbetrieb registriert wird, drohen frühe Werke wie zum Beispiel von JODI durch die rapide Entwicklung von kommerziellen Browser- und Softwareversionen zu verschwinden.

Zu den zentralen Aufgaben um sowohl Heute als auch in Zukunft Medienkunst in adäquater Weise zeigen (und erleben) zu können, zählen darüber hinaus die Dokumentation – sowie der Zugang zu Dokumentationen – der je spezifischen Präsentationsformen von Werken der Medienkunst. Eine Aufgabe, die insofern kompliziert ist, als dass das "Optimum" der Präsentation bei vielen Werken der Medienkunst nur schwer exakt bestimmbar ist. Oftmals lässt sich zudem der ursprüngliche, "authentische" Zustand, aus dem heraus sich eine "Wiederaufführung" ableiten ließe, kaum formulieren, da sich viele Medienkunstwerke im Verlauf ihrer unterschiedlichen "Aufführungen"– zum Teil erheblich – verändern. Zu Fragen ist schließlich auch, welche internationalen Standards für die Dokumentation von Werken der Medienkunst entwickelt werden müssen, um einen möglichst breiten Zugang zu diesen Daten zu gewährleisten – bei gleichzeitiger Flexibilität im Hinblick auf die Besonderheiten eines jeden Medienkunstwerkes.

Die Problematiken der Präsentation, Dokumentation und Konservierung von Medienkunst sind äußerst komplex und stellen sich mit nahezu jedem Kunstwerk neu. Institutionen, Initiativen, Konferenzen und Ausbildungsstätten, die sich in den letzten Jahren in Europa, den USA und Kanada dieser Problematiken gewidmet haben (siehe Links), stellen wichtige Meilensteine für eine produktive Auseinandersetzung in diese Richtung dar – sind jedoch nach wie vor äußerst rar gestreut. Es fehlt an kontinuierlichen Austauschstrukturen sowie an Modellen, welche den optimalen Umgang mit Werken der Medienkunst auch für Institutionen mit geringen Budgets ermöglichen. Darüber hinaus ist die Frage der Präsentation und Konservierung von netz- und software-basierter Kunst kaum erforscht.

Das Forschungsprojekt und der Kongress „404 Object Not Found. Was bleibt von der Medienkunst?“ möchten dazu beitragen, interdisziplinäre und dezentrale Infrastruk-turen für die Produktion, Präsentation und Konservierung von Medien- sowie netz- und softwarebasierter Kunst aufzubauen.