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Neue Formen der Kunst bedürfen einer neuen Politik der Förderung
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Immer mehr Menschen werden durch die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien
beeinflusst: Es ist kaum noch zu erfassen mit welcher Geschwindigkeit
sich moderne Technologien und neue Medien verbreiten und wie viele Möglichkeiten
diese Entwicklung auf zahlreichen gesellschaftlichen Ebenen bietet.
Innovative Kunstformen wie die Medien- und digitale Kunst wie die raumgreifende
Multimediainstallation, der interaktive Environment oder die Internet-
und Softwarekunst, bedürfen völlig neuer Formen der Produktion,
Präsentation und Förderung. Bereits das klassische Atelier hat
für die Produktion von Medienkunst ausgedient. Stattdessen sind die
Künstler auf ein dezentrales Netzwerk angewiesen, das vom Film- und
Tonstudio über digitale Schnittplätze bis hin zum Internet sämtliche
Infrastrukturen moderner Informations- und Kommunikationstechnologien
umfasst. Medienkünstler arbeiten zudem in interdisziplinären
Teams. Sie entwickeln und realisieren ihre Ideen gemeinsam mit Designern,
Informatikern, Architekten, Schauspielern oder Musikern.
Die Präsentation von Medienkunst ist in der Regel aufwendig und verlangt
von den Institu-
tionen nicht nur eine spezifische technologische Ausstattung, sondern
auch ein spezialisiertes Know-How. Schließlich ist Medienkunst
und dabei insbesondere die Internet- und Softwarekunst nur schwer
am Kunstmarkt zu platzieren, da sie sich bewusst allgemein zugänglicher
und kostenloser Vertriebs- und Präsentationswege bedient. Sie leistet
damit einen Beitrag zur Demokratisierung der Kunst, zur kulturellen Partizipation
und Inklusion. Im traditionellen Kulturbetrieb sind diese Ziele als Begründung
für eine öffentliche Förderung anerkannt.
Medienkunst wird innerhalb von öffentlichen und privaten Förderstrukturen
in der Regel dem Bereich der Bildenden Kunst zugeordnet. Hierbei wird
regelmäßig ausgeblendet, dass die Produktionskosten im Bereich
der Medienkunst sehr viel höher ausfallen, als dies bei klassischen
Formen der Kunst der Fall ist. Medienkunst benötigt erhebliche Finanzmittel
für Investitionen (Hardware, Software) und für Arbeitsprozesse.
Während im Filmbereich eine Produktionsförderung selbstverständlich
ist, wird dies der Medienkunst nur selten zuerkannt. Neben der klassischen
Förderung von Einzelkünstlern wie die Übernahme
von Reisekosten, Stipendien, Katalogförderung oder Kunstankauf
muss es für den Bereich der Medienkunst dabei auch Budgets für
die Produktionsförderung geben.
Vor diesem Hintergrund müssen die bestehenden Förderkonzepte
und Finanzierungszugänge überprüft und ggfls. erweitert
werden. Es stellen sich folgende Fragen:
Durch welche nationalen und europäischen Maßnahmen können
Kommunen bei der langfristigen Etablierung von Infrastrukturen bzw. Institutionen
für die Entwicklung der Medienkunst unterstützt werden?
Ist es notwendig und sinnvoll, die Medienkunst im Rahmen der bestehenden
Förderstrukturen neben der Bildenden Kunst und dem Film als einen
eigenen Bereich auszuweisen, um den spezifischen Produktions- und Präsentationsbedingungen
dieser Kunstform gerecht zu werden?
Welche Szenarien lassen sich entwickeln und welche Rahmenbedingungen
sind erforderlich, um verstärkt auch private Stiftungen und Sponsoren
für eine Investition in die Zukunft der Medienkunst zu gewinnen?
Kann die Medienkunst im Kunstmarkt etabliert werden?
Mit welchen Strategien kann die Medienkunst stärker als Inkubator
und "weicher
Standortfaktor" in den Informations- und Kommunikationstechnologien
der Medien-
industrie verankert werden?
Welche Möglichkeiten bestehen auf nationaler und europäischer
Ebene für die finanzielle Unterstützung der Medienkunstentwicklung
durch die Wirtschaftsförderung sowie die Forschungs- und Bildungsförderung?
Mit welchen Fördermodellen kann ein Anreiz für Institutionen
geschaffen werden, die aufwendige Präsentation und Vermittlung von
Medienkunst stärker in ihren Programmen
zu berücksichtigen?
Welche Förderstrukturen sind im Hinblick auf die Konservierung
von Medienkunst
notwendig?
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