Mit
Vorträgen von
Karin
Bruns
Francis Hunger
Andreas Lange
Joan Leandre
Serjoscha
Wiemer
Krystian Woznicki
Mit Filmen / Videos von
Peggy Ahwesh
Paul Bush
Pash Buzari
Sebastian Kaltmeyer
Steven Lisberger
Kristin Lucas
Daniele Lunghini
Oliver Pietsch
Seth Price
Eddo Stern
Johan Thurfjell
Magnus Wallin
Diego Zuelli
P
r o g ra m m
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Vorträge
+ Filme
Computerspiele
lassen sich als eine hybride mediale Form beschreiben, die Elemente
zahlreicher anderer Zeichensysteme in sich aufgenommen hat
von der Architektur über Malerei und Literatur bis hin zum Film.
Zugleich prägen die Ästhetik und Logik von Computer Games
ihrerseits eine wachsende Anzahl anderer Medien. Einige dieser medienübergreifenden
Bezüge fokussiert das Vortrags- und Filmprogramm computer/spiel/film,
in dessen Rahmen Medien- und FilmwissenschaftlerInnen dem Verhältnis
von Computerspiel und bewegtem Bild nachgehen werden.
Film und Game scheinen voneinander zu "lernen", wenn einerseits
Formen des filmischen Erzählens für Computerspiele adaptiert
werden und andererseits digitale Effekte dem Film eine Räumlichkeit
und Fluidität verleihen, die in den 3D-Welten des Computerspiels
ihren Ursprung haben. Analogien und Differenzen zwischen Film und
Game in bildästhetischer und narrativer Hinsicht werden somit
ein Fokus der Veranstaltung sein.
Neben dem Film im engeren Sinne werden auch andere Formen des bewegten
Bildes im Licht des Computerspiels diskutiert. Hierzu zählen
Simulations- und Visualisierungstechnologien in Militär und
Forschung ebenso wie die massenmediale Auseinandersetzung mit
Kriegsgeschehen, bei der nicht selten die modellhaft verdichtete Oberflächenästhetik
des Computerspiels und spielerisch vereinfachende Dichotomien wie
Freund-Feind oder Held-Antiheld zitiert werden.
Weitere Beiträge gehen filmischen Konstruktionen des Hackers/Gamers
als männlichem Rollenmodell nach und fragen aus soziologischer
Perspektive nach den Folgen der "Abwanderung" des Computerspiels
aus dem öffentlichen in den privaten Raum.
Neben dem Kultfilm "Tron" (Steven Lisberger, 1982)
werden zwei Kurzfilmprogramme mit Videoarbeiten der letzten
sieben Jahre präsentiert, die mit der Logik und Ästhetik
von Computer Games spielen sei es dass sie alternative filmische
Narrationen zu existierenden Spielszenarien entwerfen, virtuelle Spielfelder
in den realen Raum übertragen oder sich in einem weiteren Sinne
mit der Verstrickung von Game-Ästhetik, Simulation und Realbild
befassen.
Der Kurzfilm Do you have the shine? (Johan Thurfjell) etwa
gehört zu den Arbeiten, die explizit auf eine Spielfilmvorlage,
in diesem Fall Stanley Kubricks "Shining", referiert. Das
Video nutzt diese Schablone, um eine Form von Interaktivität
vorzuspiegeln, wie sie der Film gerade nicht bietet. Arbeiten wie
She Puppet (Peggy Ahwesh) oder Sheik Attack (Eddo Stern)
zitieren Versatzstücke aus existierenden Computerspielen wie
"Tomb Raider" oder "SimCity" und komponieren sie
zu einer neuen filmischen Narration, die die Logik der Spielvorlagen
durchbricht. Figuren und Spielverläufe werden in neue, dezidiert
politische Zusammenhänge versetzt und gemäß deren
Logik neu bewertet. Paul Bush kompiliert schließlich in The
Rumour of True Things Bildmaterial aus Flugsimulatoren, Aufnahmen,
die im Rahmen wissenschaftlicher Experimente entstanden sind, Überwachungsvideos
und Computerspielsequenzen und führt durch ihre direkte Konfrontation
die Verstrickung von Game-Ästhetik, Simulation und Realbild vor
Augen.
Ort
Ehemaliges Reserveteillager auf Phoenix West
Hochofenstraße / Ecke Rombergstraße
Dortmund-Hörde
Kuratorin
Katrin Mundt
Eintritt
Freitag: 4/2 EUR
Samstag: 11/7 EUR (inkl. Abendessen)
Infos / Presse
T/F: +(0)231 - 88 20 240
mundt@hartware-projekte.de
Ein Projekt des
hartware medien kunst verein +
medien_kunst_netz dortmund
Das Rahmenprogramm der Ausstellung wird gefördert durch
Kulturbüro Stadt Dortmund
Fonds Soziokultur
Heinrich-Böll-Stiftung NRW
Internationale Kurzfilmtage Oberhausen |
Programm

Freitag, 21. November
Samstag, 22. November
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Freitag,
21. Nov
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| 18:30 |
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Einführung |
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19:00
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Karin
Bruns
Vortrag |
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Alice
im Wunschmaschinen-Land.
Computer-Games zwischen Filmadaption und künstlerischer Subversion
Der Vortrag diskutiert das Computerspiel als hybrides Medium, in dessen
Bildästhetik auch Elemente filmischer Formensprache (wie Einstellungstypen,
Schnitttechniken etc.) Niederschlag gefunden haben. Im zweiten Teil
werden künstlerische Positionen der Ausstellung aufgegriffen,
die modifizierend in die Ästhetik und Funktionsweise von Computer-Games
eingreifen. |
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| 20:30 |
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Serjoscha
Wiemer
Vortrag |
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"Fütter
mein Ego?" Visualität und Perspektive in Computerspielen
Serjoscha Wiemer zeichnet in seinem Beitrag die Entstehung einer
für Game und Film je spezifischen Bildästhetik nach. Die
Zentralperspektive als Raummodell und Weltsicht hat sowohl die Bildlichkeit
dreidimensionaler Spielszenarien wie auch die des filmischen Bildes
maßgeblich geprägt. Dennoch lassen sich für beide
Formen der Verräumlichung unterschiedliche Entwicklungslinien
aufzeigen, die sich an je spezifischen Wahrnehmungseffekten orientieren.
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| 22:00 |
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Filmprogramm
1 |
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Tron,
Steven Lisberger USA/Taiwan 1982, 96 min, 35mm
(angefragt) |
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Ein
Programmierer hackt das Computernetzwerk eines Medienimperiums, um
dessen illegale Machenschaften aufzudecken. Dabei wird er in das Innere
des Systems entführt und von rebellierender Software
in Duelle und Verfolgungsjagden verwickelt, deren Darstellung die
Ästhetik aktueller Computerspiele vorwegnimmt. |
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Samstag,
22. Nov
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11:00
Uhr
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Führung |
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durch
die Ausstellung
games. Computerspiele von KünstlerInnen |
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| 13:00
Uhr |
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Andreas
Lange
Vortrag |
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Homegames.
Wie die Computerspiele unsere Wohnzimmer eroberten
Computerspiele wurden in Universitäten geboren und sind in
Spielhallen groß geworden. Doch bereits Anfang der 70er Jahre
begannen sie, es sich auch in unseren Wohnzimmern bequem zu machen.
Wie geschah dieser Wandel und welche Bedeutung hatte er für
die Spiele und ihre Wahrnehmung?
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| 14:30
Uhr |
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Filmprogramm
2
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Do
you have the shine?
Johan Thurfjell
S/F 2003, 5'10'', Video |
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Eine
computeranimierte Umsetzung von Kubricks "Shining", die
sich als interaktive Spieloberfläche ausgibt. Die lineare Gerichtetheit
des Films wird gegen die scheinbare Option individueller Steuerung
der Handlungsabläufe ausgespielt. |
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Le
foto dello scandalo,
Daniele Lunghini /Diego Zuelli
IT 2000, 6'20'', Video |
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Ein
3D-animierter Gangsterfilm, der um den Tathergang eines Verbrechens
kreist. Die Chronologie der Ereignisse entfaltet sich dabei nicht
über die Handlungen der Figuren, die zu dreidimensionalen "Stills"
erstarrt sind, sondern über die Bewegungen einer imaginären
"Kamera". |
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Heroes,
Oliver Pietsch
D 2001, 8'30'', Video |
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Oliver
Pietsch "simuliert" ein Ego-Shooter-Game im realen Raum
und schließt zugleich dramaturgisch an das Genre des Actionfilms
an. |
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Ping
Pong, Sebastian Kaltmeyer
[Musik: Computerjockeys], D 1999, 5'15'', Video |
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Die
hypnotische Bewegung eines Ping Pong-Balls bestimmt den Rhythmus dieses
Musikvideos, das uns in eine phantastische 3D-Welt entführt. |
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Sheik
Attack 1966-1999,
Eddo Stern
ISR 2000, 16', Video
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Das
Video entwickelt aus Computerspiel-Sequenzen und israelischen Popsongs
eine filmische Narration, die die israelische Geschichte als eine
Aufeinanderfolge der Okkupationen und kriegerischen Auseinandersetzungen
nachspielt. |
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Exit,
Magnus Wallin
S 1998, 3'3'', Video |
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Avatare
mit unterschiedlichen Körperbehinderungen flüchten einen
Korridor entlang vor einer herannahenden Feuerwand. Wird einer von
ihnen vom Feuer erfasst, wird dies mit Jubel und Applaus von einem
unsichtbaren Publikum quittiert. Eine makabre Zuspitzung der binären
Logik des Gewinnens/Verlierens. |
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| 16:00 |
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Francis
Hunger
Vortrag |
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WarGames
Hacker spielen
Francis Hunger wendet sich in seiner Auseinandersetzung mit WarGames
(John Badham, 1983) der Frage zu, inwiefern dieser Film, der die Figur
des Hackers/Gamers erstmals erfolgreich ins Mainstreamkino einführte,
noch bis heute unsere Wahrnehmung von Computerspielen und ihren UserInnen
prägt. In besonderem Maße wirft der Film auch die Frage
nach Genderstereotypen in Verbindung mit digitalen Medien auf. |
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| 17:30 |
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Krystian
Woznicki
Vortrag |
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Sim
Cinema wants you
Das Computerspiel importiert Codes aus allen erdenklichen Bereichen,
es exportiert aber auch unermüdlich: seine Logik und Ästhetik
finden sich zusehends im Hollywood-Film wieder, aber auch in der Medienberichterstattung
vor allem von Kriegen. Schauspieler und Soldaten (die immer
mehr zu Schauspielern werden), erscheinen vor diesem Hintergrund als
Figuren eines Computerspiels. Ihre Images und Berufe sind damit einem
vielschichtigen Wandel unterzogen, dem Krystian Woznicki in seinem
Vortrag nachspürt. |
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| 19:00 |
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A
B E N D E S S E N |
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| 20:00 |
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Joan
Leandre
Präsentation
englisch |
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Babylon
Archives. Documents from the darkest side of the Empire.
A media archeology project 1999 : 2003 |
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| 21:30 |
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Filmprogramm
3 |
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She
Puppet,
Peggy Ahwesh
USA 2001, 15', Video |
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In
ihrer Collage von Spielsequenzen aus Tomb Raider, die wie found footage
behandelt und mit Voiceovers unterlegt wurden, erzeugt Peggy Ahwesh
einen existentialistisch anmutenden Subtext zur popkulturell vereinnahmten
Spiel-Ikone Lara Croft. |
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The
Rumour of True Things,
Paul Bush
UK 1996, 25', Video |
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Paul
Bushs Arbeit versammelt bewegte Bilder aus Wissenschaft, Militär,
Überwachungssystemen, Flugsimulatoren und elektronischen Spielen
und führt durch ihre direkte Gegenüberstellung die Verstrickung
von Game-Ästhetik, Simulation und Realbild und damit letztlich
den prekären Status unserer "Wirklichkeit" vor Augen.
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Romance
(Green), Seth Price
USA 2003, 30', Video |
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Eines
der ersten Text Adventure-Spiele, das sich in den 70er- und 80er Jahren
großer Popularität erfreute, wird hier zum Stoff einer
filmischen Narration. Im Dialog zwischen SpielerIn und Computer entfaltet
sich in unkalkulierbaren Schleifen eine Erzählung, die zugleich
imaginärer Text-Raum ist. (Abb. siehe unten) |
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