Programmieren als künstlerische Praxis

5. April – 5. Mai 2002
Eröffnung 5. April, 19 Uhr
hartware medien kunst verein

DI - FR: 16 - 22 h, SA + SO + Feiertage: 13 - 22h
english version

Scott Draves, I/O/D, Thomas Kamphusmann, LAN, Joan Leandre, RSG, Simon Schießl, Antoine Schmitt, Peter Traub, Adrian Ward




Einführung
LowLive, Workshop für Jugendliche
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Publikation
Bilder

Einführung
Der hartware medien kunst verein zeigt mit „Kontrollfelder – Programmieren als künstlerische Praxis“ bundesweit die erste Ausstellung internationaler Softwarekunst.
Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem Berliner Medienkunstfestival „transmediale“ entstanden und umfasst zehn aktuelle Softwarekunstproduktionen. Sie wurde von Andreas Broeckmann (Leiter der transmediale) und Matthias Weiß kuratiert, das Präsentations-konzept entwickelte hartware.
SoftwarekünstlerInnen entwickeln Computerprogramme, welche die Grenzen und Möglichkeiten gängiger Software überschreiten oder ihre Funktionen ad absurdum führen. Nicht das fehlerfreie, optimierte Funktionieren, sondern eine durchaus lustvoll zu erfahrende „Dis-Funktionalität“ und Eigendynamik der Programme stehen dabei im Vordergrund. Die KünstlerInnen begreifen Software überdies nicht als Werkzeug, sondern den Code als entscheidendes ästhetisches Material ihres künstlerischen Schaffens.
Der Computer kann nicht mehr ausschließlich als Werkzeug oder Maschine betrachtet werden. Er ist vielmehr ein Medium, welches das Wie und das Was unserer Wahrnehmung entscheidend mitbestimmt. Wesentliche Gründe hierfür liegen einerseits in der weit reichenden Verwendung. Auch Software ist aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Software reguliert weite Bereiche des Alltags, sei es im Einwohnermeldeamt oder bei der Bank. Selbst im Kinderzimmer sind Bildschirme an der Tagesordnung, und das Internet bestimmt zu weiten Teilen die schriftliche Kommunikation, ersetzt und ergänzt Nachrichtenmedien und Lexika. Während die meisten PC-BenutzerInnen die Möglichkeiten und vor allem die Einschränkungen kommerzieller Software als gegeben hinnehmen, zeigen SoftwarekünstlerInnen
offene Handlungs- und Gestaltungsspielräume bei der Entwicklung eigener und eigenständiger Programme auf. „Do it yourself!“, die Parole der transmediale 01, ist das "Paroli", das die KünstlerInnnen den einschlägigen Softwaremonopolisten bieten.
Die Metaphorik der Benutzeroberflächen, sic „Kontrollfelder“ heutiger Betriebssysteme verspricht Freiheit. Doch von was? „Software is mind control“, schreibt das Künstlerduo I/O/D. KünstlerInnen-ProgrammiererInnen umreißen diese Felder in ihrer Kunst und stellen sie unter die Kontrolle ihrer Software. Dabei wird der Hype um das Internet ebenso zu Thema wie die Simulation von Umwelt in Computerspielen.

Workshop für Jugendliche, 15. - 19. April 2002
http://art.net.dortmund.de/lowlive

Der Medienaktivist und -gestalter Micz Flor bietet im Rahmen der Kontrollfelder einen Workshop für Jugendliche (15 - 20 Jahre) an, der sich der Musikproduktion und dem DJ-ing mit dem Computer widmet. Mit den Mitteln des Linux-Betriebssystems und freier Software werden Songs und Playlisten generiert, gemischt und für das Online-Übertragen mit einem Internet-Radio-Programm aufbereitet.

Bilder

Installationsansichten
Kontrollfelder, 2002, Fotos: Sascha Dressler






Eröffnung
Fotos: Nicola Weiß







Ein Projekt des
medien_kunst_netz dortmund
> hartrware > Museum am Ostwall > Kulturbüro Stadt Dortmund

in Kooperation mit
transmediale, Berlin
art.net.dortmund
Heinrich-Böll-Stiftung NRW (Workshop)

Kuratoren
Andreas Broeckmann, Matthias Weiß

Presse + Koordination
Ulrike Möglich, Tabea Sieben

Technische Leitung
Hans D. Christ, Uwe Gorski

Courtesy
Die KünstlerInnen
Karl-Ernst-Osthaus Museum, Hagen (Thomas Kamphusmann)

Support Ausstellung
Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes NRW
Kulturbüro Stadt Dortmund
LS 7 Informatik der Universität Dortmund
Knobeldorff Computer GbR

Support Workshop
Landesbüro NRW /
Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes NRW
Heinrich-Böll-Stiftung NRW

Links
art.net.dortmund.de
transmediale
Micz Flor