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Ausstellung,
26. Mai bis 2. Juli 2000
Brückstraßenviertel, Dortmund-City
Valérie Belin, Alain
Bublex, Rebecca
Bournigault, Claude Closky, Valérie
Jouve, Marin Kasimir, Bernard
Lallemand, Christl
Lidl, Nicolas
Moulin, Natacha Nisic / Herbert Schwarze, Slimane
Rais, Franck Scurti, Niek
van de Steeg, Veit
Stratmann, Sylvie
Ungauer
Einführung
KünstlerInnen (Auswahl)
Credits
Links
Publikation
Einführung
Auf einem Parcours, der ca. 1,2 km quer durch die Backstagezonen
der Dortmunder Innenstadt führt, zeigte die Ausstellung Plan
B Fotografien, Videoinstallationen und Objekte von 15 französischen
KünstlerInnen.
Das Ruhrgebiet, ehemaliger Standort der Schwerindustrie (Stahl und
Bergbau), hat seine ökonomischen Schwerpunkte in den letzten Jahren
auf die Branchen neue Technologien, Freizeit und Tourismus verlagert.
Wurde die Innenstadt von Dortmund zuvor dem Funktionalismus der Schwerindustrie
angepasst, so plant man heute ihre Transformation zur belebten Mitte.
So zum Beispiel durch die Revitalisierung der ehemaligen Problemzone
Nr. 1, des Brückstraßenviertels. Neben einigen Szeneläden
und Fast-Foodgastronomie, dominieren hier vor allem Leerstände, die
Baustelle der 2002 eröffnenden neuen Philharmonie und eine hohe Fluktuation
von Gewerbetreibenden.
Während das Brückstraßenviertel zu den Geschäftszeiten
recht belebt ist, bildet die daran angrenzende und seit einigen Jahren
gesperrte Burgtorpassage ein urbanes Vakuum. Im Rahmen von Plan
B wird die Passage temporär geöffnet. Von hier aus gelangt
man zur Kulturmeile am Wall, wo sich mit der neuen Bibliothek
und dem Verlagshaus Harenberg City Center das zukünftige
Image der Stadt Dortmund manifestiert. Dies soll durch die geplante Bahnhofsüberbauung
in Form eines gigantischen U.F.O.s bekanntlich seinen Höhepunkt finden.
(Anmerkung: Diese Pläne sind mittlerweile fallen gelassen worden).
Von der Bibliothek aus gelangt man zur unterirdischen Verbindung zwischen
Innen- und Nordstadt: Die weitläufige Passage unter dem Hauptbahnhof,
die jenseits der Rushhour eine eher verwaiste Atmosphäre
ausstrahlt, führt am Nordausgang zum CineStar.
An all den genannten Orten zeigen die KünstlerInnen von Plan B in
leerstehenden Geschäften, Büroetagen oder Passagen, auf Fassaden
oder in Vitrinen ihre zum Teil für Dortmund neu produzierten Kunstwerke:
Fotografien, Video-, Raum- und Klanginstalltionen sowie - im weitesten
Sinne - Objekte, Skulpturen und Papierarbeiten. Die Auseinandersetzung
mit Dekor und Glamour als urbane Leerformeln, als veritabler Dernier
Cris des öffentlichen Raumes, steht dabei im Vordergrund.
KünstlerInnen (Auswahl)
Valérie
Belins Fotoserie zeigt beispielsweise perfekt fotografierte Ensembles
von venezianischen Spiegeln und Glasobjekten, die zu endlos gebrochenen
Spiegelräumen generieren. Ein Mikrokosmos hochdekorierter Leere entfaltet
sich darin. Belins Fotoserie wird in der Burgtorpassage gezeigt, deren
gläsernes Dekor und urbanes Vakuum ein vergleichbares Ensemble bildet.
mehr
Valérie
Jouve, deren Arbeiten ebenfalls in der Burgtorpassage gezeigt werden,
kontrastieren urbane Ödnis mit der überzeichneten Emotionalität
von darin de/plazierten Personen. mehr
Marin
Kasimir entwickelt für Plan B ein Panoramafoto von
ca. 3 x 30 m Größe, in dem sich Situationen aus Dortmund und
Paris vermischen. Gefragt wird nach den Differenzen und Ähnlichkeiten
beider Städte, aber auch nach den Imaginationen von Urbanität.
mehr
Mit
Dekor operieren wiederum Claude Closkys Tapeten, deren
Muster aus Versatzstücken der Kosmetikwerbung montiert wurden. Motive
des Flüssigen, Spritzenden und Überquellenden werden dabei zu
einem sterilen All-Over stilisiert. Mit dieser Arbeit wird
ein Abschnitt der Passage unter dem Hauptbahnhof tapeziert. Eine weitere
Arbeit von Claude Closky zeigt Videoprojektionen, bei denen der Daumen
gnadenlos rauf und runter geht und so Trends wie Kaffe und
Energy Drinks, Drachenfliegen und Bungee
Jumping oder Kunst als Mode und Mode als Kunst
bewertet. mehr

Bernard
Lallemands Vitrinenarbeit Une vie de rêve am selben
Ort, evoziert ähnliche Widersprüche zwischen Sterilität
und dem Liquiden. Drei sich drehende Schaufensterpuppen demonstrieren
Accesoires, die das Ausscheiden jeglicher Körperflüssigkeiten
verhindern, indem sie diese nur innerhalb des eigenen Körpers zirkulieren
lassen. mehr
Franck
Scurti bezieht sich in seinen Videoarbeiten explizit auf urbane Displays.
Chicago/Flipper verschränkt beispielsweise eine rasante
Kamerafahrt durch Chicago mit der Ästhetik von Computerspielen. Die
Stadt erscheint dabei aus der Perspektive einer Flipperkugel. Auch Heineken
Vision, eine simple Aufnahme durch ein gefülltes Bierglas,
stellt ein artifizielles urbanes Interface her. mehr
Mit
gegenläufigen Angeboten von Heimatbildern operieren Natasha Nisic
und Herbert Schwarze, die einen temporären Karaokeclub eröffnen
wird. Heimatschnulzen überlagern sich hier mit den wenig beliebten
Bildern von Backstage-Szenarien der Dortmunder Innenstadt sowie mit den
Wunschbildern des lokalen Stadtmarketings. mehr
In
der Bibliothek präsentiert Alain Bublex sein langjähriges
Projekt Glooscap, eine real-fiktive Stadt, deren Geschichte
und Zeugnisse sich aus historischen und aktuellen Versatzstücken
diverser Städte zusammensetzt: Eine Art nachträglicher, hybrider
Prototyp westlicher Stadtentwicklung. mehr

Ein Projekt
in Kooperation mit
Kulturbüro Stadt Dortmund
Heinrich-Böll-Stiftung NRW (Podium)
CineStar, Dortmund (Filmprogramm)
im Rahmen von
Fêtes des arts, 35. Internationale Kulturtage der Stadt Dortmund
KuratorInnen
Hans D. Christ, Iris Dressler
Presse und Koordination
Diana Ebster, Tabea Sieben
Technische Leitung
Hans D. Christ, Uwe Gorski
Support
Kulturbüro Stadt Dortmund
Stadt Sparkasse Dortmund
AFAA
Fonds Soziokultur
Air France
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