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22. März - 27. April 2002, Montevideo/Time Based Arts, Amsterdam
Andreas Gedin, Gary Hill, Teresa
Hubbard/Alexander Birchler, Dagmar Keller/Martin
Wittwer, Franciska Lambrechts, Mike
Marshall
25. April - 2. Juni 2002, Nikolaj
Copenhagen Contemporary Art Center, Kopenhagen
Jens Brand, Andreas Gedin, Gary Hill, Teresa Hubbard/Alexander
Birchler, Dagmar Keller/Martin Wittwer, Franciska Lambrechts, Antoine
Schmitt

©
Keller/Wittwer
Einführung
Die
KünstlerInnen
Credits
Adressen
Publikation
Links
WEBSITE
Einführung
Sprache
und Schrift sind wie die Architektur, Grundelemente unserer, d.h. der
westlichen Ordnung der Dinge". Sie weisen dem Innen und Außen,
Subjekt und Objekt, Hier und Dort scheinbar stabile Positionen zu
und sind doch nur hilflose Konstrukte, Vehikel, die leicht einzustürzen
drohen. Darüber hinaus sind in Sprache und Raum Machtpositionen eingeschrieben.
Die Ausstellung Say Hello to Peace and Tranquility", die ihren
Titel der gleichnamigen Arbeit von Dagmar Keller / Martin Wittwer verdankt,
stellt Videoinstal-lationen vor, die sich mit Strukturen von Sprache und/oder
des umbauten Raums beschäftigen. Sie untersuchen die darin verankerten
Mechanismen physischer und insbesondere psychischer Aus- und Eingrenzungsmuster.
Dabei geht es primär um die Bedeutung von Raum und Sprache in unseren
privaten, intimen Lebenswelten als vermeintliche Garanten von Ruhe, Ordnung
und Harmonie.
Mit den fortgeschritten Möglichkeiten der digitalen Bildproduktion,
die es erlauben durch die hyperrealen Architektursimulationen ganzer Stadtkomplexe
zu navigieren, wird die Welt zunehmend als virtueller Baukasten inszeniert.
Freizeitparks und Shopping Malls sind ihrerseits auf das Design des Künstlichen,
Modellhaften abon-niert. Das "wahre Leben" spielt sich dagegen
vor den ewig gleichen Kulissen der Familiendramen des Vorabendprogramms
ab, deren künstliche Fassaden und Interieurs in den "Gated Communities",
jenen Hochsicherheitstrakten des privaten Glücks, zur Vollendung
reifen. Wen wundert es da, wenn plötzlich Scheinwerfer vom Himmel
fallen?
Die Ausstellung "Say Hello to Peace and Tranquility", die von
den KuratorInnen Hans D. Christ, Iris Dressler (Dortmund) und Jan Schuijren
(Amsterdam) entwickelt wurde, wird im Niederländischen Institut für
Medienkunst, MonteVideo/TBA in Amsterdam sowie im Nikolaj Contemporary
Art Center in Kopenhagen gezeigt, wobei beide Präsentationen sowohl
im Hinblick auf die teilnehmenden KünstlerInnen als auch auf die
Präsentationsweisen variieren.

Die KünstlerInnen
Die Videoinstallation des Künstlerduos Dagmar
Keller / Martin Wittwer greifen Klischees der gehobenen Reihenhaus-Romantik
auf. In "Say Hello to Peace and Tranquility" bewegt sich die
Kamera entlang gänzlich handlungs- und menschenleerer Vorstadt-Kulissen.
Versatzstücke wie aus der biederen Welt der Modelleisenbahn
entnommen , werden dabei mit Aufnahmen realer Reihenhaussituationen
vermischt, wobei die Übergänge zwischen Modell und Wirklichkeit
nur schwer zu bestimmen sind, so dass sich die Frage aufdrängt, wer
hier wem als tristes Vorbild diente. mehr
In der Videoinstallation "Full House" von
Teresa Hubbard / Alexander Birchler gerät das Eigenheim zum
Handlungsraum stereotyper und zugleich gebrochener Erzählungen über
das Begehren, den Aufschub von Begehren und Frustration, die wieder in
Begehren mündet... Die eigenen vier Wände als sicherer Hort
der privaten und zugleich gesellschaftlichen Geborgenheit, schlagen dabei
permanent um in die beklemmende Erfahrung von Isolation einerseits und
Grenzverlust andererseits.mehr
Jens Brand lässt den Besucher einzeln
in eine schalltote Kabine eintreten, in der das Video von einer nahezu
geräuschlosen, öden Wüstenlandschaft zu sehen ist. Obschon
die "zivilisierte Welt" mit ihren Wohlstandsklischees hier keinen
Einzug gehalten hat, wirkt die beinah absolute Stille und Aktionslosigkeit
der Landschaft ebenso künstlich wie die Modellwelten von Keller /
Wittwer bzw. Hubbard / Birchler. mehr
Antoine Schmitt hat für seine Projektionsarbeit
"Vexation 1" ein Softwareprogramm entwickelt, das mit der simplen
Ästhetik früher Computerspiele die definitorische Macht von
Codes und Territorien auf abstrakte und zugleich narrative Weise unterminiert.
mehr
Mike Marshall überwältigt den Betrachter
in seiner Videoinstallation "Someone, somewhere is doing this"
mit dem ästhetischen, fast hypnotisierenden Schauspiel eines Sonnenuntergangs
und versetzt uns in eine emotional zwiespältige Situation
zwischen totaler Hingabe und latentem Misstrauen. mehr

Mit Strukturen von Sprache setzen sich die Videoinstallationen von Gary
Hill, Andreas Gedin und Franciska Lambrechts auseinander. In
komplex miteinander verwobenen Dialogen hebelt Franciska Lambrechts
beispielsweise die unterschiedlichen sozialen und psychischen Beziehungsmuster
innerhalb des Systems Familie aus. Geborgenheit und Isolation,
Begehren und Frustration, Eingrenzung und Ausgrenzung, Gewalt und Widerständiges
ereignen sich hier jedoch nicht innerhalb der vertrauten vier Wände,
sondern scheinbar ortlos, innerhalb von Sprache selbst. mehr
Während bei Franciska Lambrechts die Paare
Mann/Frau, Mutter/Sohn um ihre Differenz/en ringen, führt Andreas
Gedin in seiner Videoarbeit "Gemini" die nahezu restlose
Auflösung von Differenz im Sprechakt vor: Zwei identische Personen
erzählen gemeinsam eine Geschichte, wobei die eine Person jeweils
- und zwar Wort für Wort - das Wort der anderen zu Ende
bringt. Beinah nahtlos wandert die Sprache vom Einen zum Anderen und wieder
zum Einen. Nicht die Sprechenden bedienen sich hier der Sprache, sondern
die Sprache scheint sich vielmehr der Sprechenden zu bedienen. mehr
Gary Hill lässt die DarstellerInnen in
seinem Video "Why Do Things Get In A Muddle? (Come On Petunia)"
gar rückwärts sprechen. Da das Video selbst jedoch ebenfalls
rückwärts läuft, ist das Gesetz der Sprache bedingt
- wiederhergestellt. Im Hin und Her der Sprache setzten sich Vater
und Tochter mit den Gesetzmäßigkeiten von Ordnung und Unordnung
auseinander.mehr

Ein
Projekt
in Kooperation mit dem
medien_kunst_netz dortmund
> hartware > Museum am Ostwall > Kulturbüro Stadt Dortmund
KuratorInnen
Hans D. Christ, Iris Dressler, Jan Schuijren
Technische Leitung
Hans D. Christ, Uwe Gorski
Support Montevideo / TBA
Montevideo/ TBA
Goethe Institut Amsterdam
Support Nikolaj
Nikolaj Contemporary Art Center
Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes
NRW
Det Danske Kultur Institut
Adressen
Montevideo/Time
Based Arts,
22.
März 27. April 2002
Keizersgracht 264 , NL 1016 EV Amsterdam
T +31 20 623 7101, F +31 20 624 4423
post@montevideo.nl
Öffnungszeiten: Di - Sa: 13 - 18.00 h
Nikolaj Copenhagen Contemporary Art Center, 25. April 2. Juni
2002
10, Nikolaj Plads, 1067 Copenhagen K
Tel: +45 33 93 16 26, Fax: +45 33 32 15 74
admin@nikolaj-ccac.dk
Öffnungszeiten: täglich von 12 - 17 h
Links
text by Attila Tordai-S. at Balkon
www.balkon.hu/balkon_2002_05/12sayhello.html
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