|
27.
30. September
net_jam:
Special zur 2. Dortmunder Museumsnacht
28. September, 20 - 2h
hartware
medien kunst verein
www.serverfestival.net
Kurd
Alsleben
artandfluxushackermeeting.tk
art.net.dortmund.de
Matthias Weiß
auto-cue.net Almut
Jürries
betacity.de Karin Hinterleitner
Sascha
Büttner
copy & paste 'nepomuc'
edragee.net
Antje
Eske
genug.weblogs.com
Detlev Fischer
Francis
Hunger
identitaetsmaschine.org
influxus.net
institute.tk
krill.minima
kulturpalast-wiesbaden.de
n0name.org Matze
Schmidt
nirdezneb
Florian Merkur
pingfm
radiostudio.org Oliver
Thuns
simplebrainhotel.com
streaps alias
servermischpult
und andere
Hintergründe
Der Computer ist nicht mehr allein. Seit
dem Boom des Internet hat sich der Traum von einer Universalmaschine für
jedermann konkretisiert. Nicht mehr nur Text oder Bild, sondern auch Musik,
Video und anderes entsteht an den privaten PC, wird aufbereitet und im
Netz publiziert, ohne dass es eines aufwändigen Apparates wie eines
TV-Senders bedürfte. Weblogs, Wikis und andere kollaborative Schreibtools
gestatten angesichts gefallener Kommunikationskosten für Internet-Dienstleistungen
ein Zusammenarbeiten an Texten in Echtzeit. Jeder kann mittlerweile mit
einem eigenen Portal Informationen oder Dis-Informationen ins Netz stellen.
Techniken des Austausches verändern sich rasend und bieten immer
mehr Möglichkeiten, die nun auch von Musikern und Künstlern
produktiv genutzt werden. Darüber hinaus sind Überschneidungen
in den verschiedenen Berufsbildern (Künstler, Content-Manager, Programmierer,
Designer, Web-Designer) heute an der Tagesordnung, so dass man von einer
produktiven Durchdringung der Szene aus verschiedenen Richtungen sprechen
kann, die eine eindimensionale Verortung in eingefahrenen Vorstellungswelten
zu Arbeit und Denken von Künstlern vermeidet.
Das serverfestival
Im Rahmen des ersten serverfestivals stehen sowohl die Hard- als auch
die Software erstmalig im Mittelpunkt eines performativen Ereignisses,
das sich über 72 Stunden vom 27. bis zum 30. September erstreckt.
Das serverfestival selbst findet kontinuierlich seit 2001 statt. Es konstituiert
sich über eine Mailing List, die unter
http://radiostudio.org/cgi-bin/mailman/listinfo/serverfestival
zu abonnieren ist. Jüngste Aktionen waren ftp-Sessions, bei denen
dezentral ein Austausch von Dateien unter möglichst freien Strukturen
hergestellt wurde. Damit wurde die Demokratizität des Internet erfolgreich
ausgelotet. Es erwies sich, dass trotz komplexer Technik Inhalte unabhängig
von der Kontrolle durch große Provider zur Verfügung standen:
Jeder Mensch ist ein potenzieller Provider, ließe sich das Ergebnis
schlagwortartig formulieren. Das serverfestival wird allerdings auch im
Realraum aktiv: In Dortmund treffen sich in den Räumen von hartware
medien kunst verein vom 27. bis 30. September KünstlerInnen, KunsthistorikerInnen,
Software-ProgrammiererInnen, MusikerInnen und WissenschaftlerInnen aus
anderen Disziplinen, um sich sowohl praktisch-technisch als auch kreativ
mit den Phänomenen des Netz basierten Arbeitens auseinanderzusetzen.
Dabei sind sämtliche Strukturen, die erdacht und umgesetzt werden,
nach außen transparent, da sie mit kontinuierlichen Beschreibungen
in Logbüchern für jeden im Internet sichtbar gemacht werden.
An einer Kiosk-Station, die permanent online ist, werden zudem Daten zum
Austausch angeboten, die dort von Besuchern mitgebracht und auch als CD-ROM
mitgenommen werden können.
net_jam
Im Rahmen des 72-stündigen serverfestivals
sowie der 2. Dortmunder Museumsnacht findet am 28. September (20
2h) außerdem die net_jam statt: DJs und ProgrammiererInnen, KünstlerInnen
und MusikerInnen kreieren dabei gemeinsam mit den BesucherInnen interaktive
Soundscapes.
Der gesamte Abend wird live per art.net.dortmund.de ins Internet übertragen.
Das Team des Schüler-Netz-Radios lowlive
liefert hierfür die technische Infrastruktur. Zudem gestaltet die
Redaktion von "lowlive" eigene Beiträge über das serverfestival,
die net_jam sowie die Museumsnacht, die dann vom Dortmunder Bürgerradio
live on air gesendet werden. Mit "streaps" steht überdies
ein Mischpult zur Verfügung, dass es mehreren BenutzerInnen im hartware
medien kunst verein erlauben wird, eigene Tondokumente in den Strom der
Liveübertragung einzumischen. net_jam ist eine Musikexperiment das
auf mehreren "Bühnen" zugleich stattfindet: Im physischen
Raum (hartware), im Internet und on air.
TeilnehmerInnen (Auswahl)
copy
& paste 'nepomuc'
Nepomuc steht für NerdPOpMUsiC und ist ein Projekt von Bo Lee und
Sascha Büttner. Im Wesentlichen geht es dabei um das Zusammenführen
(Mixen) von Tönen (Sounds). Dies geschieht immer live und improvisiert.
Die Töne entstehen am Computer, werden mittels MD-Recorder aufgenommen
und verarbeitet oder von anderen Tonquellen (Vinyl) gesampelt. Vor Ort
werden die Töne mit vier oder mehr CD-Recordern gemixt, jeweils der
Situation des Raumes folgend. So entstehen Soundscapes bzw. Soundenvironments
von temporärer Dauer. Die Sounds wie auch die Tonkonserven werden
im "Repeat-Modus" abgespielt und durch Effekte verfremdet. Dadurch
entstehen Brüche, Überlagerungen und Bewegungen in den Harmonien.
Jede Session dauert 74 Minuten. Die Anzahl der Sessions ist theoretisch
unbegrenzt. Sascha Büttner und Bo Lee haben das Free-Noise-Ensemble
Blutiger Mischwald, das Label "TriTraTrotz-Records",
das Magazin "TriTraTrotz, Nachrichten für den Untergrund",
das "Atelier Bratwurst" (am Schlachthof Wiesbaden) und die Künstlergruppe
"FfK (Fishing for Kompliment)" gemeinsam begründet.
krill.minima
krill.minima ist das Soloprojekt von Martin Juhls (Funkenburg). Minimal
clickende filigrane Rhythmusstrukturen treffen auf zerstückelte Tonfragmente,
extrem kurze Loopsequenzen und exotisch anmutende Klänge. Sie bilden
eine Symbiose zwischen experimenteller Klangforschung, geschmeidigen Flächen
und tanzbarem minimal House. Besonders charakteristisch ist sein Umgang
mit Harmonien, deren Basis sich meist auf ein bis zwei ähnlich klingende
Akkordfragmente beläuft, die dann im Laufe des Arrangements durch
Tonhöhenverschiebung und Rhythmusvariation zu einem eigenständigen
Klangeindruck führen.
pingfm
pingfm ist Mitglied von dfm rtv Int (http://desk.nl/~dfm) und dem experimentellen
Radio Fachbereich der Bauhaus Universität Weimar (http://radiostudio.org).
Es handelt sich um eine Web basierte Sende-Plattform für Audio/Video-Experimente
oder kurz: pingfm ist eine Webcastband. Seit rund zwei Jahren produziert
pingfm live Audio/Video-Mixes im und mit dem Internet und geht jeden Sonntag
von 20 Uhr (CET) unter http://pingfm.org auf Sendung. pingfm interessiert
sich besonders für die spezifische Ästhetik der Technologie,
ihrer Kommunikationsstrukturen sowie Schnittstellen in Relation zu anderen
Medien wie Radio, Fernsehen, Theater oder Clubs.
|